Sport-Welt Stallparade 2014 

Die Sport-Welt Stallparade 2014, Text: Guido Göbel.

Christian von der Recke trainiert den gewinnreichsten Zweijährigen des Jahres 2013
Eric schrieb die Schlagzeilen

Seit Jahren zählt der Weilerswister Stall von Trainer Christian von der Recke zu den Topadressen im deutschen Turf. In der Saison 2013 landete der Champion von 2007, 2008, 2009 und 2010 zum achten Mal in Folge in den Top-5 der deutschen Trainer. Und das, obwohl die Anzahl seiner Pflegebefohlenen nicht mehr so groß ist, wie in den Jahren zuvor. "An das Championat war deshalb nicht zu denken, aber durch die erhöhten Züchterprämien und höhere Dotierungen in den Basisrennen denke ich, dass es in Zukunft auch wieder mehr Besitzer gibt", so von der Recke, für den es trotzdem eine außergewöhnliche Saison war, denn mit dem ungeschlagenen Eric, der das Ferdinand Leisten-Memorial in Baden-Baden, das höchstdotierte deutsche Zweijährigenrennen, gewann, hat man den gewinnreichsten Youngster des vergangenen Jahres im Quartier.

Es war schon toll, wie der Tertullian-Sohn in dem Iffezheimer 200.000er gegen Ragazzo zurück kam. Der von seiner Besitzerin Gabriele Inge Gaul gezogene Hengst hat glänzend überwintert, glänzt schon wie eine Speckschwarte und ist bereit, um in dieser Saison in den Toprennen seines Jahrgangs mitzumischen. Als einziger Dreijähriger im Stall hat er noch eine Derbynennung, auch in den Auktionsrennen ist der Sohn der Ericarrow noch vertreten. "Listen- und Grupperennen sind sein Ziel, eventuell beginnt er im Düsseldorfer Listenrennen", sagt Christian von der Recke, der mit Eric wieder einmal bewies, dass er nicht nur viele Rennen gewinnen, sondern auch in größeren Rennen mitmischen kann.

"Das hängt ja immer von den Pferden ab. Mein Ziel und meine Aufgabe ist es, für jedes Pferd das passende Rennen zu finden. Deshalb reise ich auch auf die kleinen Bahnen, denn das ist dazu notwendig", sagt von der Recke, der auch bereits wieder mit fliegenden Fahnen in die neue Saison gestartet ist. Auf den Sandbahnen in Dortmund und Neuss, wo von der Recke ohnehin stets einer der erfolgreichsten Trainer ist, gab es an den ersten beiden Renntagen des neuen Jahres bereits drei Siege, durch die er gemeinsam mit Marion Rotering bereits wieder an der Spitze der Statistik steht.

Starkes Team für St. Moritz

Auch an den kommenden Renntagen wird das Weilerswister Quartier auf "Dirt" vertreten sein. "Durch die PMU-Renntage bei uns ist nun auch Mons nicht mehr so interessant wie bisher, sodass wir verstärkt hierzulande Starter haben", sagt von der Recke. Und Anfang Februar geht es dann, wie in jedem Jahr, mit einem größeren Aufgebot Richtung St. Moritz. Für den dortigen Grand Prix hatte man den Neuzugang Aegaeus, einen Monsun-Sohn aus der großartigen Ouija Board, eingeplant, der aber noch nicht in der Lage ist, am Highlight des Schnee-Meetings teilzunehmen. Da seine Besitzerin aber gerne einen Starter für die 2000 Meter-Prüfung hätte, könnte es sein, dass man diesbezüglich noch einmal aktiv wird und Ersatz besorgt. Auch im Skikjöring wird von der Recke mit zwei Pferden vertreten sein. "Vielleicht können wir Mombasa ja ärgern", sagt der Weilerswist-Coach.

Auch in England, wo von der Recke in der Vergangenheit schon so manchen Erfolg feiern konnte, war man 2013 wieder im Einsatz, wobei sich Cafe au lait über Sprünge beim ersten Start auch gut schlug. Am 29. Januar wird er in Ludlow erneut auf der Insel an den Start kommen und sich bestimmt gut verkaufen.

Jockeyfrage ist nie ein Problem

Als Stall dieser Größenordnung braucht man natürlich auch gute Reiter. Doch die Jockeyfrage ist bei von der Recke eigentlich nie ein großes Problem. Sabrina Wandt, die bereits 96 Rennen für "ihren" Stall gewann (nur Peter Gehm hat mit 157 mehr), "kratzt nach ihrer Knieverletzung zwar schon wieder mit den Hufen", muss aber noch etwas warten, bis ihr Knie wieder voll belastbar ist. Aktuell auch am Stall ist Filip Minarik, der sich hier die Fitness für sein Comeback holte, allerdings nicht am Stall bleiben wird. Im Rennen greift man auch gerne auf Alexander Pietsch zurück, der auch der Partner von Eric bei dessen Iffezheimer Triumph war. "Er zählt zu den besten Reitern des Landes, es gibt keinen Grund, dass er Eric nicht auch in Zukunft reitet", sagt der Trainer.

Als echtes "Dream-Team" erwies sich die Verbindung mit der Amateur-Championesse Silke Brüggemann, die im vergangenen Jahr 15 Rennen für den Weilerswister Stall gewann und in der neuen Saison auf allen drei Siegern des Stalles saß. "Sie setzt die Order gut um und ist sich auch für nichts zu schade", lobt der Trainer die Amazone.

Recke betont auch die gute, lange Zusammenarbeit mit den EHW-Hufbeschlagschmieden sowie der nahegelegenen Tierklinik Burg Müggenhausen, die auch zu den Besitzern im Recke-Stall zählt. Apropos Besitzer. Nicht mehr am Stall wegzudenken sind die rotweiß-blauen Farben der Familie Alck, die so lange am Recke-Quartier ist, wie kein anderer Besitzer. Aber auch der Stall Saarbrücken hält von der Recke schon lange die Treue, für die Besitzergemeinschaft aus dem Saarland hat Christian von der Recke bereits 41 Rennen gewonnen.

Wer stets aktuell über das Neueste auf dem "Hovener Hof" informiert sein will, dem sei die neu gestaltete und überarbeitete Internetseite "www.rennstall-recke.de empfohlen.

(19.01.2014)