Sport-Welt: Recke's Reflektionen 

Sport-Welt Kolumne von Trainer Christian Frhr. v.d. Recke ...

Ehre, wem Ehre gebührt

Gerade jetzt in einer Zeit, wo sowenige Rennen stattfinden und es sowohl auf nationaler auch als internationaler Ebene ruhig ist, freut man sich über jede Nachricht in der Sport-Welt oder auf Galopp-Online. Dazu zählte auch die Meldung, dass Jiri Palik nach Deutschland zurückkommt.

Ich selbst habe mich in diesem Artikel über die Ausdrucksweise in Bezug auf Andreas Schütz sehr gewundert. Sicherlich kenne ich ihn schon etwas länger, als Jiri Palik ihn kennt, denn er hat mich schon als Reiter für seinen Großvater Willy Schütz in ein Rennen geführt. Später hat er im Jahr 1987 meinen ersten Starter, Wesir, geritten.

Als er im November 2014 bei mir in Weilerswist auftauchte, um Eric für Hong Kong zu begutachten, habe ich festgestellt, dass er sich im Laufe der Zeit und angesichts seiner Erfolge in keiner Weise verändert hat und in seinem gesamten Gehabe der typische Schütz geblieben ist.

Er war und ist nicht everybody's darling, aber stets wusste man, was an ihm und mit ihm hat. Und wenn Jiri Palik, der ihn ja auch seit seiner Kölner Zeit kennt, denkt, dass er in Honk Kong einen anderen Andreas Schütz antrifft, kann ich mich nur wundern über die Einstellung, die Jiri Palik gegenüber Andreas Schütz hat. Das sind alles menschliche Komponenten. Den zweiten Satz aber zu beginnen mit "er ist ein schlechter Trainer", das darf nun in keiner Weise stehenbleiben.

Denn Andreas Schütz war durch die Krankheit seines Vaters gezwungen, den Betrieb viel zu früh zu übernehmen. Was ihn aber nicht daran hinderte, Championate in Deutschland zu erringen und Gruppesieger am Bande nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zu stellen, so dass er als einziger deutscher Trainer die Lizenz in Hong Kong erhielt. Dort hat er sich seit Jahren bei den Spitzentrainern etabliert und auch bereits Gruppesieger trainiert.

Ich weiß nicht, ob Jiri Palik es schafft, die deutsche Trainerprüfung überhaupt zu bestehen, um zu zeigen, ob er besser ist, und ob seine Bewerbung, um in Hong Kong Trainer zu werden, weiter kommt als ins Pförtnergebäude. Ich bin der Meinung, wer solche Erfolge hat wie Andreas Schütz, darf nicht öffentlich von jemandem beschmutzt werden, dem der Engländer nachsagen würde, "he couldn't train a duck" - er kann keiner Ente das Schwimmen beibringen.

(09.01.2015)