Recke's Reflektionen - Halbzeit der Sandbahn-Saison 

Sport-Welt Kolumne von Trainer Christian Frhr. v.d. Recke ...

Halbzeit der Sandbahn-Saison

Wie man am vergangenen Sonntag bei der von der PMU unterstützten Veranstaltung in Neuss gesehen hat, sind die Deutschen durchaus flexibel, was Startzeiten und Startpferde anbelangt, wenn den Besitzern und Trainern in puncto Finanzen etwas geboten wird. Durch die Anhebung der Preisgelder verfügen die Handicaps über mehr Starter, weil jeder sich ja ein Stückchen vom Kuchen erhofft. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass die Akquirierung von Startpferden halt in erster Linie über das Geld erfolgreich ist. Es ist nun einmal ein Unterschied, ob es 2000 Euro als Siegpreis im unteren Handicap gibt oder 3000 Euro. Obwohl die Veranstaltung am Sonntagabend bei beileibe keinem einladenden Wetter über die Bühne ging, war die Bahn sehr gut besucht. Das zeigt auch, dass wir die Talsohle wohl durchschritten haben und die jetzt richtigen Wege gehen.

Doch gibt es auch ein Manko. So sehr man sich über die gestiegene Anzahl an PMU-Renntagen mit der daraus folgenden finanziellen Unterstützung auch freuen darf, so könnten die Rennvereine, die einen Tag vor oder nach dem PMU-Renntag veranstalten, eventuell einen Startermangel zu beklagen haben. Gerade in den unteren Handicaps, denn wer will schon auf die tausend Euro verzichten, die es für die Sieger an den PMU-Tagen gibt, während an den normalen Renntagen gerade einmal 2000 Euro oder weniger auf den Sieger warten? Angesichts des "Verwöhnangebotes", das die PMU für Besitzer und Trainer bereithält, wird es schwer werden, Interessenten zu finden, die für die Hälfte dieser Summe starten. Wie wollen die betreffenden Rennvereine das stemmen, durch Sponsoren? Wer sich einmal an das "gute Geld" gewöhnt hat, will in Zukunft nicht mehr weniger. Nachvollziehbar ist auch, dass sich einige angesichts der vielen PMUTermine sagen, dann warte ich eben auf den nächsten Renntag dieser Art. Darüber müssen sich die Rennvereine Gedanken machen.

Es ist etwas ungewohnt und auch unerfreulich, dass jetzt an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen keine Rennen veranstaltet werden. Auch dafür müssen Lösungen gefunden werden. Denn Entwöhnen darf man die Anhänger des Rennsports auf keinen Fall, da sie sich sonst möglicherweise ein anderes Hobby suchen.

(21.01.2015)