Tag der Rennställe 

Von German Racing wurde der Tag der Rennställe druchgeführt und auch bei uns waren heute zahlreiche Besucher am Stall, denen unser Trainer das Training und die Betreuung der Vollblüter erläuterte und viel Wissenswertes rund um den Rennsport näher brachte.

Im "Rennstall Recke" in Weilerswist bei Köln bereitet man sich auf einen kleinen Ansturm vor. 150 Gäste werden kommen, in jede Pferdebox lugen und Stallbesitzer Christian von der Recke befragen. 55 Vollblüter hat der 17-malige Champion-Trainer im Training. Es sind wertvolle, sensible Pferde, die mancher Besitzer wohl lieber vor der Öffentlichkeit verstecken würde. Aber da empfindet der Freiherr ganz anders. Christian von der Recke nennt den ersten Tag der Rennställe, den das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen (DVR) deutschlandweit für diesen Samstag angesetzt hat, "eine gute Sache."

1100 Gäste haben sich angemeldet, das sind mehr als erwartet. 26 Rennställe in 15 Städten beteiligen sich an der Initiative und führen die Besucher durch ihre Stallungen, um zu zeigen, wie die Pferde wohnen, essen und trainieren und wie die Trainer sie auf die Saison vorbereiten. Von der Recke findet die Aktion wichtig für den gesamten deutschen Galoppsport: "In anderen Ländern gibt es so etwas schon lange – deshalb war es mal nötig, dass auch wir in Deutschland unseren Sport interessanter machen."

Ganz uneigennützig öffnet sich die bisweilen geheimnisvoll erscheinende Branche nicht. Besucherzahlen und Wettumsätze an Renntagen sind unbefriedigend. Mit mehr Wissen könnten mehr Menschen Spaß an einem Besuch auf der Rennbahn bekommen. "Der Galoppsport erscheint für viele wie ein geschlossener Kreis, in den man sonst gar nicht hineinkommt", sagt Petra Lersch vom DVR. Dem Stallbesitzer und Trainer von der Recke kommt das gelegen. Erstens könnte jeder Gast am Samstag auch ein Pferdekäufer sein, zweitens könnten junge Gäste den Tag im Rennstall so spannend finden, dass sie sich für den Beruf des "Pferdewirts mit Schwerpunkt Rennreiten" interessieren – der offizielle Begriff für Jockey. Von der Recke hatte immer ein oder zwei Lehrlinge, zurzeit aber hat er gar keinen.

Der Galoppsport drohe zu überaltern, sagt er: "Es gibt kaum junge Leute in der Branche." Die dürften fasziniert sein, wenn sie nun von renommierten Trainern wie Peter Schiergen, Andreas Löwe, Markus Klug oder Erika Mäder durch die Stallungen geführt werden. Sie kennen spannende Geschichten. "Wir dürfen uns nicht einschließen", sagt von der Recke – und empfängt seine 150 Gäste deshalb mit offenen Armen.

(16.04.2016)