Recke's Reflektionen: Warum nicht Strafe wehen Ansehens-Schädigung? 

Trotz der schwierigen Verhältnisse in Hamburg haben wir im IDEE 147. Deutschen Derby sicherlich einen Sieger gesehen, der durch die Vorformen mit zwei Gruppe-Siegen nicht aus der Welt war. Andreas Wöhler hat gezeigt, dass er im Derby nie zu unterschätzen ist und Holger Faust hat mit der signifikanten Verpflichtung des Jockeys einen taktischen Schachzug getan, der es ermöglichte, die letzten Reserven aus dem Hengst zu holen. Der Erfolgt gibt ihm Recht.

Dass daraufhin nun überall die Emotionen hochkochen, ist verständlich, da die Sache mit dem übertriebenen Peitscheneinsatz in großen Rennen sich jetzt zu oft wiederholt. Das sind Probleme, die mit dem jetzigen Strafmaß wohl nicht in den Griff zu bekommen sind, also muss man einfach umdenken. Da sich das Problem immer nur in Gruppe-Rennen stellt, dass Besitzer und Trainer hier auf einen „Joker“ zurückgreifen können, also Jockeys, die in Deutschland nicht richtig bestraft werden können, da den deutschen Jockeys die Verdienstmöglichkeiten verloren gehen, da das Thema Einzug gehalten hat auch in der überregionalen Presse und dort hochkocht, da der Imageverlust des Sports gegeben ist, da das Abspringen von Sponsoren eine mögliche Folge ist und da nicht zuletzt der Druck der Tierschützer steigt, muss man sich doch einfach überlegen ob man nicht einen anderen Paragraphen aus der Rennordnung zu Rate zieht. Nämlich denjenigen, dass hier eine Schädigung des Ansehens des Rennsports gegeben ist.

Den ausländischen Jockeys muss man klipp und klar sagen, dass auf diese Ansehens-Schädigung ein Lizenzentzug von mehreren Wochen steht. Diese Herrn werden es sich dann wohl gut überlegen, ob sie die Peitsche derart oft einsetzen, denn diese Art Strafe kann von niemandem übernommen werden. Sollten sie sich beschweren, kann man es ja wie die Franzosen bei Herrn Buick machen, dass man einfach noch mal 14 Tagen oben drauf legt. Ich denke, dass diese Art der Bestrafung den Jockeys genug Zeit gibt, über ihr Verhalten nachzudenken.

Wenn ich in ein anderes Land gehe, bin ich dort Gast und habe mich an die Regeln zu halten. Denn es kann nicht sein, dass wir unseren schönen Sport und das Ansehen, das wir uns erarbeitet haben, durch diese Jockeys und ihr Verhalten schädigen lassen.
(16.07.2016)