Historische 2.000ster Siegmarke geknackt. 

Es lag bei strahlendem Sonnenschein Gewitter in der Luft. Mit 1997 Siegen traten heute vier chancenreiche Starter in Mannheim an. Den Anfang machte der dreijährige Richelieu (GER) (Stall Nizza) in einer dreijährigen Sieglosen-Prüfung mit M. Lopez. In dem sehr turbulenten Rennen war sicherlich auch das Quäntchen Glück im Spiel, dass es im Rennsport einfach braucht. Der Lilbourne Lad-Sohn musste von seinem Reiter gut unterstützt werden, als er vorne galoppierte und konnte so den heranfliegende Flight to Hongkong abwehren. So markierte Richeleu den 1998 Sieg für den Rennstall Recke.

Seit Dezember 2018 war Shrubland (GB) (St. Ahrens u.a.) nicht mehr unter Seide. Als Favorit ging der Wallach in das Agl. III über 2.500 m an den Start und auch hier saß M. Lopez im Sattel. Sicher mit einer ¾ Länge konnte „Shrubi“, wie er als Lieblingspferd von Lisa Straube genannt wird, den Zweitplatzierten in Schach halten und machte den 1999 Treffer perfekt.

Nun knisterte die Luft förmlich und der Puls schlug höher, denn jetzt stand das 116. Grosses Heinrich Vetter - Badenia-Jagdrennen, über die weite Strecke von 4.200m, an. An den Start kam hier der achtjährige französische Halbblüter Box Office (FR) (Fr. G. Gaul). Seinen „Probelauf“ in Mannheim hatte Box Office bereits vor vier Wochen auf der wendigen Bahn und endete hier als vierter recht unspektakulär. Aber das war auch nicht anders gewollt, denn der Badenia galt alle Aufmerksamkeit und Vorbereitung. Letzten Dienstag absolvierte Box Office mit M. Lopez in Weilerswist einen Jagdsprünge-Galopp (siehe hierzu gesonderte News).

Nach dem Start führte Wutzelmann wie gewohnt das Feld in ruhiger Fahrt über den Kurs. M. Lopez verschenkte keine unnötigen Meter und Ritt mit viel Umsicht zunächst im hinteren Drittel. Als es in den Schlußbogen ging, verbesserte sich das Pärchen immer weiter, so dass sie den letzten Sprung in front ziehend nehmen konnten. Auf der Flachen musste M. Lopez zwar nochmal energisch vorwärtsreiten, denn Box Office hatte da schon die Ohren gespitzt und auf den legendären 2.000sten Sieg gestellt.

Die Freue war bei allen Beteiligten riesen groß, besonders beim Trainer, der gerade in diesem traditionsträchtigen Listenrennen den begehrten Treffer platzieren konnte. Am Führzügel Tochter Alexa, die den braven Dunkelbraunen morgens vor dem Studium reitet.

Faßt schon hatte man mit einem weiteren Sieg von Pearl Dragon im letzten Rennen geliebäugelt. Dieser wurde jedoch in der Zielgeraden von Iraklion abgefangen und so wurde er zwar nur zweiter, hat sich aber auch in der Niederlage nicht blamiert.

Einen Tag nach des Trainers 59sten Geburtstag hat er sich damit ein schönes unvergessliches Geschenk gemacht. Auf der Bahn, die ihm schon so viele schöne Siege bescherte. Nach dem 5. Mai 2005 als in Hassloch mit Fr. U.u.H. Alcks der 1.000ste Sieg mit dem Pferd Lanson perfekt war, der Trainer weilte damals in Strassbourg, gab es auf der Feier den gleichnamigen Champagner für die Gäste.

Großer Dank geht an alle, die dieses Ziel begleitet und möglich gemacht haben: Pferde als auch Menschen.
(28.04.2019)