Sport-Welt Stallparade 

Die Sport-Welt Stallparade von Guido Göbel.

Volle Pauer ohne Pause

Lange hatte es Christian von der Recke im vergangenen Jahr spannend gemacht, blieb bis zum letzten Renntag der Saison in Dortmund ein hartnäckiger Konkurrent für seinen Kollegen Roland Dzubasz im Kampf um das Trainerchampionat. Am Ende sollte es nicht ganz zum fünften Championat bei den Trainern in der Sparte "Flachrennen" reichen, doch den zweiten Platz nahm der "Magier aus Weilerswist" sportlich und wer ihn kennt weiß, dass er es in der nun angelaufenen Saison erneut versuchen wird, wenn sich die Chance dazu bietet. Große Pausen gibt es auf dem "Hovener Hof" vor den Toren Kölns nicht, stattdessen geht es mit voller Power auch in die neue Saison und so findet man den Stall des 52jährigen aktuell mit sechs Siegen bereits wieder an der Spitze der Statistik, zudem war Recke auch bereits wieder einmal im Ausland (Ghlin) erfolgreich.

64 Siege erzielte der Weilerswister Stall im vergangenen Jahr, da die Recke-Pferde viel auf Reisen gehen, muss sich der Trainer natürlich auf ein Top-Team verlassen können. "Eine gute Saison ist nur mit einem guten, und eingespieltem Team zu schaffen, denn Arbeit ist genug da, und sie wird gerecht verteilt", erklärt Christian von der Recke. Sabrina Wandt, die bereits ihre Ausbildung in Weilerswist absolvierte, hat sich auch ohne Erlaubnis fest etabliert, sie wird von den Besitzern gerne gebucht, wobei ihre ruhige, sachliche Art und ihr nie endender Siegeswille ihr viele Sympathien einbringen. Als Alternative steht mit Nina Wagner eine 4 Kilo-Erlaubnisreiterin zur Verfügung, die mit sehr besonnenen Ritten schon positiv aufgefallen ist. Leider ist sie nach einem Sturz im Training derzeit verletzt, wird aber bald zurück erwartet. Die andere Auszubildende, Vallerie Goliasch, steht kurz vor ihrem ersten Einsatz, kann niedrige Gewichte reiten und da sie als talentiert gilt, sollte sie bald eine weitere Stütze des Stalles sein. Bereits seit 1997 am Stall ist Tommy Kousek, Bruder des Hindernisjockeys Jiri Kousek. Er reitet zwar nicht, versorgt aber die Pferde und hält die gesamte Außenanlage, inklusive der Trainingsbahn und der Sprünge, in Schuss. Ihr zehnjähriges Jubiläum am Stall feiert bald Antje Thom, die den Posten des Futtermeisters inne hat und damit für die volle Verantwortung für Pferde und Personal hat. Der Zustand der Pferde beweist, dass sie ihr Handwerk versteht. Unterstützt wird sie von Jürgen de Landsheer der auch beim Springtraining eine wichtige Hilfe ist. Der Allrounder Welf Godehus ist jetzt verantwortlich für die Pferde auf Reisen. Zum Team zählt auch der Schmied Stephan Ernesti , der von der ersten Stunde an in Weilerswist dabei ist. "Hier hat noch nie ein anderer Schmied einen Nagel rein geschlagen", scherzt der Trainer. Auch die Zusammenarbeit mit der nahegelegenen Tierklinik Burg Müggenhausen hat sich über Jahre bewährt. Man arbeitet mit ihr nicht nur wegen der Nähe, sondern vor allem wegen der Kompetenz zusammen.

Den Auftakt zur Stallparade macht der frische Sieger Tinley Lodge, der seinem guten Dortmunder Debüt, bei dem er Dritter wurde, auf der gleichen Bahn am vergangenen Sonntag den ersten Volltreffer folgen ließ. "Er braucht nur halb so schnell zu sein, wie sein Pedigree gut ist, dann macht er uns weiter Freude. Ich habe ihn für meine ältesten Besitzer – was die Treue zum Stall angeht – gekauft. Er hat sich nach seinem ersten Start schön gesteigert, wird eventuell noch einmal auf Sand laufen, ehe es auf Gras weiter geht. Er wird in aller Ruhe aufgebaut und sicher nicht verheizt", heisst es über den im Oktober bei Tattersalls erworbenen Montjeu-Sohn.

Als zweites Pferd stellt sich mit Earlsalsa nicht nur der Senior im Stall, sondern gleichzeitig auch der Stallcrack vor, denn der Blankenese-Wallach zählt zu den besten Pferden des Landes auf Cup-Distanzen. "Er ist wirklich ein Muster an Treue und Beständigkeit, und war in seinem Leben nur einmal ohne Geld, als er in Baden-Baden Fünfter wurde. Pferde seines Schlages, die mit acht Jahren noch in Grupperennen platziert sind, gibt es nicht viele", ist der Trainer ein echter Fan des Kingsalsa-Sohnes, der auf ähnlicher Route weitermachen wird, wie in den vergangenen Jahren und gezielt eingesetzt wird. Gerade frisch läuft Earlsalsa immer stark, wie er 2012 auch mit seinem dritten Platz im Iffezheimer Oleander-Rennen bewies.

Mit soviel Klasse kann sein Stallgefährte Ciocco Sam natürlich nicht mithalten, doch nach seiner Kastration und seitdem er mit Ohrenkappen aufgeboten wird, ist auch bei dem Wallach der Knoten geplatzt, was sich in zwei Siegen 2012 und einem Erfolg 2013 niederschlägt. "Das haben wir gemacht, weil er nervlich nicht der stärkste ist. Das hat geholfen, wie er auch unter einer weichen Hand am besten aufgehoben ist. Wenn alles passt, dann hat er vielleicht noch etwas Luft", sagt der Trainer.

Die ein Jahr jüngere Schwester Cioccomia wartet noch auf ihren ersten Sieg. Sie gilt aber auch als spätes Pferd, war mehrfach platziert. Man traut der Samum-Tochter in der neuen Saison noch etwas Steigerung zu, der Winter hat ihr gut getan.

Der Dreijährige Feuerfuchs ist als Youngster zweimal auf der Bahn gewesen, konnte jedoch weder in der Goldenen Peitsche von Bad Doberan, noch im Dortmunder Auktionsrennen Akzente setzen. Den Grund dafür, dass es nicht so lief, wie erwünscht, hat man aber wohl gefunden. "Er hatte einen eingeklemmten Hoden, der ihm sehr weh tat. Dieser wurde entfernt, sodass er nun seine wahre Klasse zeigen sollte. Die Auktionsrennen sind nicht ohne Grund ein Ziel für ihn", heisst es über den Lord of England-Sohn, für dessen Besitzer Christian von der Recke mit Mister Minister und Fürstenberg bereits zwei Pferde in seiner Obhut hatte, die in Auktionsrennen große Kasse machten.

Für englische Interessen trainiert Christian von der Recke den achtjährigen Rebel Dancer, einen Sohn des mehrfachen Gruppe I-Siegers Dark Moondancer. Er gewann im vergangenen Jahr für Ian Williams ein Handicap auf der Jagdbahn und ist für bessere Rennen über Sprünge vorgesehen. Da er zwingend guten Boden benötigt, sind Starts in Waregem und Meran bei dem Wallach fest eingeplant.

Noch nicht lange in Weilerswist befindet sich der früher in Belgien stationierte Pegasus Again, den man nach einem Verkaufsrennen in Ghlin für die Skikjöring-Rennen in St. Moritz erwarb. In dem ungewohnten Metier agierte der große Steher nicht so erfolgreich, wie erhofft, doch ist er nichtsdestotrotz für diese Saison ein interessantes Pferd. "Er kann nicht nur Sand, sondern ist auf Gras sogar besser zu platzieren. Für sein Alter ist er noch extrem fit, und er wird schon noch was gewinnen", lautet die Auskunft zu dem Wallach von BMK Racing.

Für die gleichen Farben hat sich auch der Barathea-Sohn Dreamspeed als guter Ankauf erwiesen, denn was er kann, bewies der Sechsjährige bei seinen beiden Siegen auf der Sandbahn. Wie geplant sattelte man den England-Import dann im Großen Preis von St. Moritz, doch hatte er dort keine Chance, wurde nur Elfter. Allerdings war die Vorbereitung auf das Rennen auch nicht optimal, denn aufgrund eines Hufgeschwürs musste Dreamspeed vier Tage mit dem Training aussetzen, das hat sich im Rennen dann bemerkbar gemacht. "Er hat aber noch genug Möglichkeiten, sein Können zu zeigen, und wird noch einige Reisen unternehmen", stellt sein Betreuer klar.

NN298,ein zweijähriger Hengst von Mamool aus der Pawella wird wohl zweijährig bereits an den Start kommen, mit dem Alter aber besser. "Er ist von allen Pferden aus der Pawella der Beste, da er mehr Ausdruck und Rahmen als seine Geschwister besitzt", ist Christian von der Recke voll des Lobes über den Youngster.

Ebenfalls von Mamool stammt NN299, der ein Nachkomme der Api Sa ist, die mit Ashantee bereits eine Gruppesiegerin brachte. "Auch er ist aus gutem Holz geschnitzt, und hat schon gute Ansätze gezeigt, auf die sich aufbauen lässt", sagt der Trainer.

Einer von vielen England-Importen im von der Recke-Quartier ist Oasis Knight. Der Siebenjährige zählte zur St.Moritz-Expedition seines Trainers, war nach dessen Aussage auf dem See unter Wert geschlagen. Er erhält jetzt eine Pause, um dann gezielt eingesetzt zu werden, wobei St. Moritz im nächsten Jahr das Hauptziel ist. "Seine Marke kann er locker", ist Christian von der Recke überzeugt.

Ebenfalls aus England kam Fascinating ins Rheinland. "Er ist das schönste Pferd im Stall, hat sich aber bei seinem Dortmunder Start verletzt, sodass er Reitpferd wird. Wir suchen einen guten Platz für ihn, den er verdient hat", erklärt der Coach.

Weiterhin für den Hindernissport vorgesehen ist Mistoffelees, der im vergangenen Jahr in vier verschiedenen Ländern (England, Deutschland, Belgien, Italien) startete. Auch in diesem Jahr wird der Wallach, dem einiges Talent nachgesagt wird, gezielt im Hindernissport eingesetzt, wobei er sicher wieder einige weite Reisen unternehmen wird. "Waregem ist fest eingeplant", heißt es zu dem Tiger Hill-Sohn.

Eine fantastische Saison hat La Next hinter sich, die nur durch ihre Starts im Ausgleich IV beinahe auf eine Gewinnsumme von 30.000 Euro kam, was schon als sensationell zu bezeichnen ist. Hier muss man neben Christian von der Recke allerdings auch Stefan Richter ein Kompliment machen, bei dem die Stute im Sommer stand. "Nach einem geplanten Start auf Sand in Dortmund könnte sie mit der Kondition noch einmal auf Gras laufen, bevor sie im Gestüt eine Pause bekommt", sagt Christian von der Recke über die Next Desert-Tochter, die in einem Zeitraum von neun Monaten sechs Rennen gewann. Da darf man wohl von tollem Management sprechen.

Erst zweimal gelaufen, obwohl er bereits fünf Lenze zählt, ist der England-Import Canon Row. "Er ist noch ein großes Baby und soll auf beiden Gebieten eingesetzt werden. Talent ist vorhanden", heißt es zu dem Tiger Hill-Sohn, der früher im Stall von Trainer Andre Fabre stand, dann für John Ferguson einmal über Hürden lief.

Fast ausschließlich auf der Minimaldistanz von 1000 Metern kam in ihrer früheren Heimat England Mecca's Team an den Start. "Als Fliegerin wird sie sich eventuell in Ghlin versuchen und später im Ausgleich bei den Meetings, vielleicht in Baden-Baden", gibt ihr Trainer die Route der Fünfjährigen vor, die bislang zweifache Siegerin ist.

Ein richtiges Spaßpferd ist für den Galopp Club Deutschland schon über viele Jahre der Wallach Ghaayer, der jetzt in seine letzte Saison geht. Wie 2012 soll der Nayef-Sohn in Mannheim anfangen, bei fester Bahn soll er auch in Ghlin laufen, wo er bestens zurecht kommt. Später soll er dann einen guten Platz für seine Rente erhalten.

Der große Steher Daring Rudolph kam im vergangenen Jahr zu einem Sieg und fünf Platzierungen. Leider geht er nie voll aus sich heraus, sonst wäre bei dem Handicapper sicher noch mehr möglich. Alle seine Siege hat der Wallach übrigens erzielt, wenn er von Damenhand gesteuert wurde. Daring Rudolph wird auf der üblichen Route weitermachen. Inika gewann im Vorjahr in Mülheim, sie könnte sich bald aber umorientieren, da man sie im Polo-Sport einsetzen möchte, für den sie talentiert zu sein scheint.

Als Sohn des in der Zucht so famos eingeschlagenen Teofilo ist Al Mamzar natürlich sehr interessant. Der vierjährige England-Import ist in seiner alten Heimat unter Regie von Trainer David Simcock viermal gelaufen, war dabei Zweiter in Haydock. "Das ist ein supertoller Typ, der sich jetzt anbietet, und eventuell nochmal auf Sand startet. Auf Gras ist er aber viel besser und auch gut zu platzieren", sieht sein neuer Betreuer positiv in die Zukunft.

Der Seattle Dancer-Sohn Auendancer wird nochmal auf Sand laufen und dann mit der Kondition seine günstige Grasmarke verteidigen können. "Seine besten Rennen läuft er mit Sabrina Wandt", sagt Christian von der Recke.

Ein gutes Debüt gab am vergangenen Sonntag in Dortmund Ravaisch. Der von seiner Besitzerin selbstgezogene Kalatos-Sohn, der noch eine Nennung für das Deutsche Derby besitzt, scheiterte nur am Favoriten Randwick. "Er war bestimmt das größte Pferd in Dortmund und als Letzter von allen Startern ins Training gekommen. Dafür war der Einstand mehr als gut. Ich erwarte weitere Steigerung, aber ob er auch im Derby läuft, bis dahin ist es noch ein weiter Weg", gibt Christian von der Recke zu dem Hengst Auskunft.

Die dreijährige Caitys Joy ist noch nicht gelaufen. Sie ging im vergangenen Jahr nach Irland, kam aber zurück, da sie erst auf der Flachen laufen soll, um dann über Sprünge auf der Grünen Insel weiter zu machen. "Dieser Plan ist auch richtig", glaubt ihr Trainer. Die Stute stammt von Malinas, der im National Hunt-Sport durchaus gut gestartet ist.

Ein Jahr jünger ist Lady Kate, die als bereits fertiges Modell Nennungen in Auktionsrennen besitzt. In welchen sie allerdings letztendlich läuft ist bei der Liquido-Tochter aus der guten Lady Di noch offen.

In My Dreams kam von allen Weilerswister Zweijährigen als Letzter ins Training, er macht alles gut mit, doch ist es bei dem Nicaron-Sohn noch zu früh, zu sagen, in welcher Straße er einmal beheimatet sein wird.

Nicht mehr ganz so oft an den Start wird Dubburg kommen, der vielleicht ein interessantes Pferd für einen Besitzertrainer sein könnte. Immerhin konnte der Wallach im vergangenen Jahr noch zwei Rennen gewinnen. In seinem alten Quartier galt der England-Import Stormy Glaz einmal als bester Zweijähriger. Bei seinem Debüt im vergangenen Jahr in Wolverhampton war er auch stark gewettet, doch sein neuer Betreuer sagt, dass er das Rennen damals noch gebraucht habe. Der Wallach ist in Frankreich prämienberechtigt und da er ganz unten anfangen kann, stehen ihm viele Möglichkeiten offen.

Der ein Jahr ältere Cool Kid kam aus dem Stall von Ian Williams nach Weilerswist, er war auf Dirt in Wolverhampton und Kempton zuletzt Zweiter. Da er Sand und Gras kann, und außerdem auch noch gut springt, sollte er für einige Punkte gut sein.

Ein Bild von einem Pferd", so stellt Christian von der Recke die Zweijährige NN67 vor, eine Shirocco-Stute aus der Lisa La Fleur. "Sie ist nicht die Früheste, aber etwas ganz feines", ergänzt der Weilerswist-Coach noch.

Die zwei Jahre ältere Helga ist im vergangenen Jahr eigentlich immer ihre Form ausgelaufen, und war im Dezember dann endlich an der Reihe, sich aus der Maidenklasse zu verabschieden. Nach dem Sieg hat sie eine Pause erhalten, und wird in einem Rennen für Sieglose auf Gras weitermachen. "Sie kann sich im Handicap auch noch steigern, durch ihre Art, zu kämpfen, erwarte ich von ihr noch etwas", sagt ihr Trainer.

Von seinem Besitzer selbst gezüchtet wurde Perfect Care, ein Captain Rio-Sohn, der als "toller Kerl" bezeichnet wird, und auch schon viel Veranlagung gezeigt, hat, um zweijährig bereits an den Start zu kommen.

Neu im Stall ist die ein Jahr ältere Double Trouble. Die Liquido-Tochter kam aus Kroatien, hat sich gut eingelebt und die ersten Proben auch gut bestanden. Zur Bestform benötigt die Dreijährige aber zwingend guten Boden, und so soll sie auch erst dann laufen, wenn sie mit dem Fellwechsel durch ist.

Seinen ersten Sieg sollte eigentlich am vergangenen Sonntag in Dortmund Ribbery perfekt machen, das war der Plan. Doch am Freitag vor dem Rennen ging der Hengst lahm, sodass er nicht an den Start gehen konnte. "Er hat sich gewaltig gemacht, und war trotz der Abstammung nicht so früh, wie wir gedacht haben. Das hindert ihn aber nicht daran, noch einiges nachzuholen", ist sich sein Trainer sicher.

Der England-Import Parigino hat es geschafft, eine "alte Besitzerin" neu zu begeistern. Nach geschicktem Management soll der Panis-Sohn, der in England in Handicaps unterwegs war, auch in Frankreich laufen, da er dort prämienberechtigt ist.

Noch ungeprüft ist der dreijährige Call me Big-Sohn Magic Dash. Der Hengst gilt als toller Typ, der aber noch nicht ausgewachsen ist und somit noch Zeit benötigt, die man ihm auch gibt, bis alles passt.

Aus den Niederlanden kam Dancing All Night in den Stall, die auf Sand noch nicht viel zeigte. Diesen Untergrund mag sie aber nicht, sodass sie mit günstigem GAG auf Gras vielleicht mehr zeigen kann.

Die noch ungeprüfte Vierjährige Lemon drop ist nicht die Größte, zeigt aber viel Herz. Was sie genau kann, wird man in den nächsten Wochen sehen, wenn sie erstmals herauskommt.

Als Spezialist für die Sandbahn in Ghlin hat sich der gleichaltrige Spark erwiesen. Der Nicaron-Sohn gewann dort, und war mehrfach platziert. Deshalb wird er dort auch weitermachen. Er bringt stets Geld mit, und man glaubt auch, dass er sich vielleicht noch etwas steigern kann.

Mit zwei Siegen bei drei Starts hat der ebenfalls von Nicaron stammende Cafe au lait sein Talent zweijährig bereits unter Beweis gestellt. Der große Steher, der auch im "Blauen Band" eingeschrieben ist, wird früh im Jahr anfangen, um dann zu zeigen, ob er für die besseren Rennen seines Jahrgangs in Frage kommt. Geht es nach Rahmen und Ausdruck, dann traut ihm sein Trainer das zu.

Bereits fünfmal hat man in ihrer ersten Saison I'm on Fire auf der Bahn gesehen. "Sie war eventuell aber noch nicht soweit, hat jetzt auch noch einmal aufgepackt. Sie wird aber erst laufen, wenn der Fellwechsel durch ist", sagt ihr Betreuer.

Ein ganz interessantes Pferd ist NN100, denn bei der zweijährigen Stute, die den Champion Stakes-Sieger Literato zum Vater hat, handelt es sich um eine Halbschwester der guten Quadrupa, die unter Regie von Christian von der Recke nicht nur das Münchener Auktionsrennen gewann, sondern auch noch zweimal Zweite auf Gruppe-Parkett war. "Diese Familie, in der viel Frühreife und auch Springtalent steckt, hat mir schon viel Freude gemacht, und dieses Pferd schlägt nicht aus der Art", erklärt Christian von der Recke.

Für einen Paukenschlag am Toto sorgte im Dezember in Neuss Be my Lion, der im Herbst in den Stall gekommen war. Auf den Sieg des Areion-Sohnes gab es damals in einem Ausgleich IV 346:10. Dem Hengst traut man auch auf Gras einen Sieg und den Weg im Handicap zu, zumal er aussieht, wie das blühende Leben.

Als Spezialistin für Sand, besonders für den im belgischen Ghlin hat sich Cape Violet im vergangenen Jahr präsentiert, denn auf dem "Hippodrome de Wallonie" erzielte die Stute zwei ihrer vier Siege. Nun soll sie nach Frankreich gehen, um dort gedeckt zu werden, es könnte sein, dass sie dann tragend noch einmal an den Start kommt.

Das Gestüt Römerhof ist mit zwei zweijährigen Stuten in Weilerswist vertreten, die beide noch keinen Namen haben. Eine von Nicaron stammende Schimmelstute aus der Templemore ist mehr Pferd als ihre Mutter. Sie sollte auch zweijährig schon an den Start kommen. NN62 stammt von Shirocco, sie besitzt viel Rahmen, gefällt durch ihre große Aktion und die gute Art, sich zu bewegen.

Cara mia, deren Bruder Champus in diesem Quartier ein sehr gutes Pferd war, kam nach einer Koppelverletzung spät ins Training und ist daher auch noch nie auf der Bahn gewesen. Jetzt ist sie aber soweit, bald ihr Debüt zu geben. "Aus dieser Linie ist sie die bislang beste Stute", heißt es zu der vierjährigen Toylsome-Tochter.

Mit zwei Siegen und mehreren Platzierungen hatte der gleichaltrige Odit eine gute Saison. Er hat sich über Winter auch gut gemacht, glänzt im Fell, und soll in Ghlin, wo er bereits erfolgreich war, beginnen, ehe es auf Gras weiter geht. Luft nach oben sollte bei dem Kallisto-Sohn noch da sein.

Einmal sah man die Mamool-Tochter Anima als Zweijährige auf der Bahn, dabei zog sie sich mit einem dritten Platz in Dresden auch gleich gut aus der Affäre. Da sie etwas Klasse hat, ersparte man ihr die Sandbahn, sie erhält weiter Zeit und wird von unten aufgebaut.

Zwei Starts absolvierte in ihrer ersten Saison Picanta, die ebenfalls den Derbyjahrgang vertritt. Gegen bessere Pferde konnte sie sich zwar noch nicht beweisen, doch weiß sie nun worum es geht und wird auch zeigen, dass sie etwas kann. Der Trainer hält für Picanta, wie auch für Anima, die besseren Stutenrennen in der zweiten Saisonhälfte für mehr als realistisch.

Der England-Import Capricornus hat nach seinem Sieg in Quakenbrück gezeigt, dass er auch im Handicap etwas bewegen kann. Er hatte leider eine "hohle Wand", was aber behandelt worden ist. "Der lacht über seine GA-Marke und könnte auch über Hürden an den Start gehen", sagt Christian von der Recke.

Der unkomplizierte, und stets gesunde Schimmel Red Avalanche hat sich in Belgien, wo er zuletzt Dritter war, eine Handicapmarke geholt, mit der er dort mitmischen sollte.

Als Schumpters Lad, ein bereits achtjähriger Wallach, aus England nach Weilerswist kam, sah er aus wie ein Häufchen Elend. Der Schimmel hatte Probleme mit dem Magen, da er einen abgebrochenen Zahn hatte. Also musste er erst einmal aufgepäppelt werden. Der Wallach wird gezielt über Sprünge eingesetzt und sollte es danken, was man für ihn getan hat.

Panesidora kam zweijährig zweimal in Auktionsrennen an den Start, ohne dabei aber eine prominente Rolle zu spielen. "Der erste Start kam im Nachhinein betrachtet, wohl zu früh, in Düsseldorf wurde sie dann angaloppiert", erklärt ihr Betreuer. Das ist inzwischen aber vergessen, die Soviet Star-Tochter sollte bald an den Start kommen.

Die interessant gezogene Bavarian Beauty kommt aus einer frühen und schnellen Familie, was man ihr auch anmerkt, ihre Mutter Best moving ist eine Tochter der guten Bergwelt. Bavarian Beauty ist im jüngsten Jahrgang wohl das Pferd, das schon am weitesten ist.

Der noch sieglose One Day Shadow ist nicht viel gewachsen. Wie seine Schwester One Dai Lady könnte auch er in den Polo-Sport wechseln, erste Proben dafür hat er schon gut bewältigt.

Chink of Light, der in seiner Jugend sogar auf Gruppe-Parkett platziert war, hatte Probleme im Knie-Bereich, wurde nach einer neuen Operationsmethode behandelt und wird seine Karriere in den Farben des Stalles Burg Müggenhausen fortsetzen. 2012 gelangen dem Wallach drei Siege.

Neu im Stall ist Art Rock, die zuvor von Francois Doumen in Frankreich trainiert wurde. Die Vierjährige ist noch sieglos, sollte aber bald gewinnen. Später kann ihr Weg auch in die Zucht führen, ihr Pedigree ist dafür jedenfalls gut genug.

Ignaz ist der Erstling der Isi Going und jetzt schon größer als seine Mutter. Der Youngster wird früh zur Hand sein.

Gute Formen zeigte bei seinen Starts in Ghlin der im vergangenen Jahr nach Weilerswist gekommene Baitsileir. Der Wallach kann viel laufen, er mag Rennen aus dem Vordertreffen, wobei wichtig ist, dass er keinen Druck bekommt. Die hochdotierten Handicaps in Saarbrücken könnten etwas für den Fünfjährigen sein, der im Handicap durchaus noch etwas bewegen kann.

Ebenfalls in Ghlin wird man am Montag Birthday Guest sehen, der im Winter in Neuss sein erstes Rennen gewann, auf Gras aber noch in Sieglosenrennen laufen kann. "Er sieht blendend aus und sollte, da er noch nicht erfasst ist, auf gutem Boden viel Spaß machen", sagt Christian von der Recke.

(28.02.2013)