Presse: Der Super-Manager 

Sport-Welt, Text: Guido Göbel.

Der Super-Manager

"Wenn man dem ein Kamel ins Training gibt, würde er für dieses auch noch ein Rennen finden", sagte einmal ein Turf-Insider über Christian von der Recke. Und traf damit den Nagel auf den Kopf, denn der Weilerswister Trainer ist ein Meister des Managements.

Wohl kaum ein anderer Vertreter seiner Zunft ist so fleißig im Studieren von Aussschreibungen weltweit wie der 53-Jährige, der auf seiner Anlage, dem Hovener Hof vor den Toren Kölns, ungestört seine Pferde auf ihre Rennen vorbereiten kann.

Einst zunächst als Top-Trainer von Hindernispferde bekannt, zählt er längst auch beim Vorbereiten von Pferden für Flachrennen zu den erfolgreichsten Trainern des Landes. Viermal war von der Recke Champion bei den Trainern auf der Flachen und zwölfmal über Hindernisse. Und obwohl die Anzahl der Pferde bei weitem nicht mehr so hoch ist wie in früheren Jahren, mischt Recke unverändert ganz vorne im Championat mit, ist auch aktuell in dieser Saison wieder im Vorderfeld zu finden. Und das, obwohl er eben nicht die Top-Pferde hat, wie beispielsweise die Kollegen Peter Schiergen und Andreas Wöhler, die aufgrund anderer Besitzerstruktur das nach Klasse sicher bessere Material haben.

Das versucht von der Recke eben durch geschicktes Management zu kompensieren. Viele seiner Erfolge hat er auf kleinen Bahnen erzielt, weshalb er bei manch einem durchaus umstritten ist. Dass es ihm dabei aber nicht nur um die reine Anzahl von Siegen geht, sondern vor allem darum, das bestmögliche aus dem Können seiner Pferde zu machen, belegen Siege in hochdotierten Handicaps, wie z. B. jenem in Bad Harzburg zuletzt mit Ribbery, oder auch die Erfolge bei den Meetings. So hat von der Recke beim diesjährigen Frühjahrsmeeting von Baden Racing in Iffezheim drei Sieger gestellt.

Von der Recke war auch einer der deutschen Pioniere in Sachen Auslandsstarts. Frankreich, Belgien, Holland, die Schweiz, Spanien, England, Italien, Polen, Tschechien, die Slowakei, und und und. Es gibt nur wenige europäische Länder, in denen der Weilerswister Coach noch keinen Starter - und damit verbunden - auch noch keinen Sieger hatte.

Das alles erfordert ein natürlich ein hohes Maß an Logistik, doch auch hier ist von der Recke immer "up to date". Und auch nach inzwischen 1730 Siegen ist von der Recke noch ehrgeizig. "Unser Ziel ist es, um das Championat mitzumischen", sagt der Coach vor jeder Saison.

(08.08.2013)