Kölnische Rundschau: Der beste Zweijährige 

Presseartikel aus der Kölnischen Rundschau, Text: Bernd Zimmermann.

Der beste Zweijährige
Weilerswister trainiert Überraschungssieger Baden-Baden


Die Freude über diesen Sieg kann der Weilerswister Galoppsporttrainer Christian von der Recke nicht ganz verbergen: Nach sehenswertemKampf hat der von ihm trainierte Fuchs "Eric" unter Jockey Alexander Pietsch das mit 200 000 Euro dotierte Baden-Badener "Ferdinand-Leisten-Memorial" gewonnen. Damit wurde der Rennstall Recke bundesweit ins Blickfeld gerückt.

Für Besitzerin Gabiele Gaul, die auch Züchterin des Tertullian-Sohnes ist, wurde der Sieg ihres Zweijährigen zu einem finanziellen Erfolg. 100 000Euro gab es als Siegprämie, dazu weitere 24 000 Euro als Züchterprämie. Das Geld muss sich Gabriele Gaul allerdings nachfestgelegten Quoten mit anderen teilen: 10 000 Euro stehen nach den Regeln des Galoppsports dem Erfolgstrainer zu, fünf Prozent streicht der erfolgreiche Jockey ein, zwei Prozent fließen in die Stallkasse,die den Mitarbeitern des Rennstalls Recke zusteht. "Eric" wird schließlich von der Mannschaft des Hovener Hofs liebevoll betreut, wird einmal täglich auf der hauseigenen Rennbahn im Hovener Tal bewegt und auch in die Trainingsmaschine gestellt, berichtet Christian von der Recke, der "den besten Zweijährigen" in Deutschland zusammen mit seinem Team auf den Sieg vorbereitet hat.

Dazu zählt von der Recke auch den ehemaligen Jockey, Galopptrainer und jetzigen Hufschmied Stephan Ernesti aus Niederkrüchten, der "Eric" schon lange vor dem Rennen durch den passenden Hufbeschlag perfekt auf seine Aufgabe eingestellt hat. Ernesti ist in der Fachwelt als der "Hufzauberer" bekannt, versorgt als staatlich geprüfter Hufschmied auch Vierbeiner für die Pferdeklinik Burg Müggenhausen und wird auch schon mal für "Patienten" in Asien eingeflogen.

Seit vier Monaten ist "Eric" in der Obhut des Weilerswister Trainers, nachdem der Fuchs zunächst von Trainerin Nina Bach in Krefeld auftrainiert worden war. Mittlerweile wiegt der Vierbeiner, der seinen ersten erfolgreichen Start unter der Weilerswister Reiterin Sabrina Wandt hatte, 407 Kilogramm. Damit "Eric" seine Leistungen bringen kann, benötigt er laut Christian von der Recke täglich 14 Pfund Hafer und spezielles Kraftfutter, dazu die gleiche Menge an Heu. Unmittelbar nach dem Rennen habe das Pferd 404 Kilogramm auf die Waage gebracht. Weil der Zweijährige austrainiert sei, verliere er während eines Rennens nicht viel an Gewicht, so von der Recke.

Ganz einfach war der Karrierestart von "Eric" nicht. Nach demSieg in Bad Doberan hatte sich der Fuchs verletzt, musste an einem Vorderbein genäht werden und 14 Tage pausieren. Erst dann konnte er wieder trainiert werden. "Es war nicht einfach, ihn auf den Punkt zu diesem Rennen fit zu machen, aber es hat funktioniert, denn wir haben ihn kontinuierlich wieder ans Arbeiten gewöhnt. Mit Alexander Pietsch hatten wir beim Rennen dann einen erstklassigen Jockey", sagt der Pferdecoach.

(23.10.2013)