Der Trainer zu Gast in Abu Dhabi 

Vom 08.-09.11. war Trainer Christian Frhr. v.d. Recke Gastredner in Dubai auf der "EARS Conference for Education & Training".

One World – Five Continents
In Abu Dhabi tagte die European Association of Racing Schools

Ziel der European Association of Racing Schools ist es seit vielen Jahren, die Erfahrungen in der Ausbildung von Jockeys und Stallpersonal international zu vergleichen und sich mit den Vertretern der Rennsportschulen außerhalb von Europa auszutauschen. Aber bis zur Realisierung dieses Vorhabens verging noch einige Zeit. Es war wiederum Lara Sawaya, Direktorin des HH Sheikh Mansoor Festivals und Chairman of Ladies Racing Commitee in the International Federation of Arabian Horse Racing Authorities (IFAHR), die dieses Vorhaben mit Hilfe von HH Sheikh Mansoor und seiner Mutter HH Sheikha Fatima Bint Mubarak in die Tat umsetzte. HH. Sheikha Fatima ist Chairperson von UAE General Women's Union in den Vereinigten Arabischen Emiraten und unterstützt insbesondere Frauen in den arabischen Ländern in der Ausübung sportlicher Aktivitäten. Sie war es auch, die als Patronin der HH Sheikha Fatima Bint Mubarak Ladies World Championship IFAHR zwölf Rennen für die Damen in diesem Jahr unterstützte.

Sie war nicht nur die Patronin der ersten Konferenz über Ausbildung und Training in der Rennsportindustrie, sondern auch des EARS Nachwuchsrennens am 10. November in Abu Dhabi. Mehr als dreihundert Gäste waren nach Abu Dhabi gereist, um dieser ersten Konferenz beizuwohnen. Darunter auch ein großes Team aus Deutschland mit Susanna Santesson, Kai Schirmann als Leiter der deutschen Jockeyschule in Köln, Erika Mäder, Vizepräsidentin der Jockeyschule, Kathi Schmidthüsen vom Rennverband für Arabische Vollblüter, die Reiter Stefanie Hofer und Bayarsaikhan Ganbat, die amtierende deutsche Championesse Olga Laznovska, die amtierende Fegentri-Weltmeisterin Berit Weber und Janine Beckmann. Weiterhin waren Trainer Christian Frhr. von der Recke und Daniel Krüger, Manager der Besitzervereinigung in Köln, als Sprecher der Einladung gefolgt. Es waren Gäste aus mehr als dreißig verschiedenen Ländern anwesend. Die Konferenz fand ein großes Medieninteresse, Abu Dhabi Sport Channel übertrug an beiden Tagen die einzelnen Talkrunden live in alle arabischen Länder. Nach Begrüßungsworten von Matar Al Yabhouni (Vorstandsmitglied des Abu Dhabi Sport Councils) sowie Susanna Santesson als Präsidentin der Europäischen Vereinigung der Rennsportschulen begann die erste Session am 8. November. Moderator war Derek Thompson, der insbesondere in England durch Fernsehsendungen, aber auch als Moderator u. a. beim Dubai World Cup oder in Royal Ascot weltweit bekannt ist.

Themen der ersten Session
• Zukunft des Trainings und der Personalpolitik in der Rennsportindustrie
• Grundlagentraining (Auszubildende und Stallangestellte)
• Erweiterte Trainingsgrundlagen
• Betriebswirtschaftliche Ausbildung von Trainern und Reitern diskutiert.

Sprecher waren Keith Rowe, Direktor der Racing Academy in Irland, Dawn Goodfellow, die als Direktorin dem Northern Racing College in Doncaster in England vorsteht, Gabrielle Anne Gauci, Direktorin von Equine Goals and Dreams in Australien und eine anerkannte Persönlichkeit auf dem Gebiet der Ausbildung, sowie Stephan Heiler, der inzwischen für die Ausbildung an der Jockeyschule in Alberta in Kanada zuständig ist. Stephan Heiler wird vielen in Deutschland noch aus seiner aktiven Zeit als Jockey bekannt sein. Er ging vor zwölf Jahren nach Kanada und hat dort inzwischen eine interessante Aufgabe nach der aktiven Zeit als Reiter gefunden. Pat Buckley, aus Irland, langjähriger Racing Manager und Technischer Berater des Abu Dhabi Equestrian Club und kein Geringerer als der Siegreiter von "Ayala" im Grand National in England 1963, vervollständigte die Runde der Experten.

Zweite Session am Nachmittag
• Das weiterführende Training und die professionelle Entwicklung für Jockeys und Trainer
sowie das Thema sowie
• Die "zweite Karriere" nach einer Jockeyausbildung.

Hier waren neben Rory MacDonald, Direktor der British Racing School in Newmarket, Didier Budka, Direktor von AFASEC in Chantilly, eine der größten und einflussreichsten Rennsportschulen, Remi Bellocq, Direktor der Racing Academy in Kentucky, sowie aus Deutschland Daniel Krüger, Generalmanager der Besitzervereingiung für Vollblutzucht und Rennen e.V. in Köln, vertreten. Ebenfalls ein hochinteressantes Thema, denn z. B. in Frankreich wird ein großer Teil des Budgets dafür verwendet, ehemaligen Jockeys den "Sprung" in die zweite Karriere zu verschaffen. Allerdings übertrifft das dortige jährliche Budget in Höhe von ca. 23 Mio. unsere sämtlichen Vorstellungen. Moderator war Pat Buckley, der am Vormittag noch als Sprecher für das Grundlagentraining zur Verfügung stand.

Am 9. November war Susanna Santesson die Moderatorin der Themen
• Technische Kompetenzen für Trainer und Jockeys
• Sportliche Entwicklung, physische und psychische Fitness, Ernährung für Jockeys.

Richard Perham, Senior Coach der British Racing School in Newmarket in England, Chris Watson aus Australien und jetzt Manager der Jockey Schule in Istanbul, Türkei, Garry Waterston, Riding-Master der Gauteng Jockey Academy in Südafrika, Philippe Sogorb, ehemaliger Jockey und seit drei Jahren erfolgreicher Trainer aus Frankreich, Christian Frhr. von der Recke aus Deutschland sowie Dr. Mouza Al Shehhi, die als Spezialistin für Sport-Medizin für die Armee tätig ist, traten als Referenten auf. Es wurden wertvolle Hinweise für Ernährung und Fitness gegeben, auch in der anschließenden Diskussionsrunde ging es recht lebhaft zu. Future und Inspiration war Session Nummer vier und mit erfolgreichen Trainern wie Michael Dickinson und Alban de Mieuille sowie Lara Sawaya, Direktorin des Sheikh Mansoor Festivals, besetzt. Sie wurde im Oktober auf der IFAHR Sitzung zum Chairman des Ladies Racing Commitee in der International Federation of Arabian Horse Racing Authorities (IFAHR) gewählt und hat bekräftigt, dass es auch im nächsten Jahr eine Konferenz über Ausbildung geben wird. Außerdem wird erstmalig eine Weltmeisterschaft für Nachwuchsreiter ausgetragen, die auch durch HH Sheikha Fatima Bint Mubarak Unterstützung findet.

Nach jeder einzelnen Session wurde den Gästen der Konferenz Gelegenheit gegeben, Fragen an die Experten zu stellen. In jedem Fall wurde die zur Verfügung stehende Zeit als zu kurz empfunden, so viele Fragen mussten dann noch bei dem anschließenden gemeinsamen Essen beantwortet werden. Die erste Konferenz über Ausbildung und Training in der Rennsport-Industrie war ein voller Erfolg. Jetzt gilt es, darauf aufzubauen und auch im kommenden Jahr wieder Themen aufzugreifen, die ein Zusammenwachsen der Rennsportschulen weltweit nach sich ziehen könnte. Höhepunkt war das Gala-Dinner am Abend nach der Konferenz, wo die Teilnehmer der einzelnen Sessions noch durch S.E. Mubarak Al Muhairi, Generaldirektor der TBC Tourism & Cultural Authority in Abu Dhabi geehrt wurden.

Auch in sportlicher Hinsicht gestaltete sich der Aufenthalt in Abu Dhabi erfolgreich. Im HH Sheikha Fatima Bint Mubarak Ladies World Championship IFAHR kam Stefanie Hofer auf einen hervorragenden zweiten Platz. Sie sicherte sich hiermit die Prämie von 33.333 Dirham (ca. 7.000 Euro) für die drei erstplatzierten Reiterinnen. Bayarsaikhan Ganbat, der deutsche Vertreter im Nachwuchsrennen, blieb im HH Sheikha Fatima Bint Mubarak EARS Apprentice Jockey Race nur ganz knapp geschlagen Dritter hinter dem Südafrikaner Collen Thebana und dem Italiener Antonio Fresu. Die drei Erstplatzierten erhalten jeweils eine Prämie von 25.000 Dirham (ca. 5.000 Euro). Insgesamt eine großartige Erfahrung für alle, Reitern und Reiterinnen aus neunundzwanzig verschiedenen Ländern zu begegnen, die im Laufe des Jahres an der Serie teilnahmen. Denn es waren alle Reiterinnen, die an den elf Rennen in diesem Jahr teilgenommen haben, eingeladen worden. Die Siegerinnen eines der Rennen durften im Finale reiten. Drei weitere Einladungen konnten noch ausgesprochen werden, da vierzehn Pferde an den Start kamen. Neben Stefanie Hofer ritten noch weitere Profis wie Jemma Elisabeth Marshall aus England und Hyesun Kim aus Korea. Auch Asien war im Nachwuchsrennen mit Reitern aus Malaysia und Singapur neben den Teilnehmern aus Kanada, Frankreich, Deutschland, England, Irland, Italien, Oman, Südafrika und VAE vertreten.

(20.11.2013)