Reckes Reflektionen in der Sport-Welt: Eine klare Linie ist positiv! 

Sport-Welt Kolumne von Trainer Christian Frhr. v.d. Recke ...

Eine klare Linie ist positiv !!!

Einer Presseerklärung des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen e.V. war in der Jahresmitte zu entnehmen, dass bei der Stute Berlin Berlin nach deren Sieg im Hamburger IDEE Hans-Preis, einem Gruppe-II-Rennen, ein unerlaubtes Mittel (Omeprazol/Gastrogard) festgestellt worden war. Der Besitzer der Stute hat sie daraufhin für den drei Wochen später geplanten Start im Großen Preis von Berlin kurzfristig abgemeldet, damit sie bei einer eventuellen Platzierung nicht disqualifiziert würde.

Das Direktorium erklärte später jedoch, es wäre zu wenig an unerlaubten Mitteln gewesen, um die Leistung des Pferdes zu beeinflussen. Da wir aber in Deutschland stolz darauf sind, eine Nulllösung zu haben, ist jegliche Abweichung über Null als positives Doping zu betrachten. Das hat bis jetzt auch jeder verstanden und akzeptiert. Da es im Fall Berlin Berlin aber nicht zu einer Disqualifikation kam, musste der Besitzer des zweitplatzierten Runaway ein Verfahren einleiten, um seinen Standpunkt gegenüber dem Direktorium zu vertreten und Recht zu bekommen. Ohne dieses währe er nie zu seinem verdienten Sieg gekommen.

Jeder weiß, dass es mit der Nulllösung, bedingt durch zu spätes Absetzens eines Medikamentes, eines einmaligen Vertauschens des Medikamentes oder in einer unsauberen Box auf der Rennbahn, schnell zu einem positiven Fall kommen kann. Jeder geht davon aus, dass der Trainer Klug ein Trainer ist, der eine solch starke Saison hat, nicht Dinge tut, die verboten sind. Wer würde schon ein gedoptes Pferd in ein Gruppe-Rennen schicken, im sicheren Wissen, dass im Falle einer Platzierung die Dopingprobe wartet, wie es bei uns ja gehandhabt wird. Wenn er trotzdem ein Problem hat, so kann es jedoch nicht sein, dass der Zweitplatzierte nicht zu seinem Recht und damit zum Erfolg kommt.

All dies hätte, wenn es wie immer zuvor entschieden worden wäre, viel negativen Rummel vermieden. Denn negative Presse braucht der Rennsport am wenigsten, der gemacht wurde vom Verband über eine Sache, die ganz klar in der Rennordnung geregelt ist.

Gedankenaustausch mit Kollegen

Am Wochenende weilen meine Präsidentin Erika Mäder und ich in Stockholm. Im Rahmen des alljährlichen Treffens von Trainern aus ganz Europa werden von Freitag bis Sonntag wichtige Themen wie z. B. Mehrwertsteuer, Peitscheneinsatz oder Disqualifikationen großen Raum in den Diskussionsrunden einnehmen.

(21.11.2013)